
Bei der Glasverarbeitung hängt die Qualität des Siebdrucks davon ab, wie gut die Tinte nach dem Druck trocknet. Wenn die Tintenschicht ungleichmäßig trocknet, entstehen Punktlöcher, Probleme bei der Haftung der Tinte sowie weitere Probleme, die sich später zeigen – insbesondere, wenn das GlasTemperiert oder laminiert wird. Eine unzureichende Trocknung verringert die Produktionsgeschwindigkeit. Eine übermäßige Trocknung wiederum verbraucht Energie und kann zu thermischen Belastungen führen – besonders bei Substraten mit geringem Eisengehalt oder beschichteten Oberflächen.
Was wirklich wichtig ist
Wir rüsten unsere Siebdrucktrockner mit NIR-Strahlern aus, die in modularen Zonen angeordnet sind. Die NIR-Strahlen dringen in die feuchte Tintenschicht ein und erzeugen Wärme von innen heraus – nicht nur an der Oberfläche. Dadurch kommt es zu einem schnellen, kontrollierten Temperaturanstieg mit minimalem Konvektionsaufwand. Dadurch bleibt die Glasoberfläche stabil, während die Tinte verfestigt wird. Jede Zone hat eine eigene Energieversorgung und Steuerung, sodass man die maximale Temperatur, die Verweilzeit sowie das Spektrum genau einstellen kann, um sie der Chemie der Tinte sowie der Emissivität des Glases anzupassen. In der Praxis reichen oft 30–60 Sekunden zum vollständigen Trocknen aus – ohne dass lange Trocknungszeiten erforderlich wären, die wiederum Zeit und Energie kosten würden.
Warum das für die praktische Glasverarbeitung geeignet ist
Bei hoher Produktionsrate muss der Trockner mit der Pressmaschine Schritt halten – nicht gegen sie arbeiten. Die NIR-Trocknung sorgt dafür, dass das bedruckte Glas weiterhin in Bewegung bleibt, wodurch die Produktionsgeschwindigkeit konstant bleibt. Da die Wärme auf die Tinte gerichtet ist, wird die thermische Belastung des Glases selbst reduziert – was besonders wichtig ist, wenn es um beschichtetes Glas oder Teile mit geringem Eisengehalt geht, die empfindlich auf schnelle Temperaturänderungen reagieren. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Trocknung der gesamten Glasfläche, eine bessere Definition der Druckpunkte sowie weniger Ausschuss aufgrund von Haftungsproblemen. Der Energieverbrauch sinkt, da nicht die Luft und die Transportbänder erhitzt werden müssen – sondern nur die Tinte.
Worauf man achten muss
Die NIR-Trocknung funktioniert nur bei direktem Sichtkontakt zwischen den Strahlern und dem Glas. Daher spielt die Geometrie des Glases eine wichtige Rolle. Tief liegende Bereiche oder dicke Tintentropfen erfordern möglicherweise eine zusätzliche Trocknungsphase – oder einen hybriden Ansatz mit Unterstützung durch Luft. Bei der Einrichtung müssen Höhe der Strahler, Abstand zwischen den Zonen sowie Ausrichtung der Reflektoren korrekt gewählt werden, damit eine gleichmäßige Trocknung gewährleistet wird. Sobald das Trocknungsprofil festgelegt ist, kann der Prozess Schicht für Schicht wiederholt werden. Im Vergleich zu Öfen mit voller Konvektion weisen diese Trockner weniger bewegliche Teile auf.